» Restauration 2005

Samstag, der 01.01.2005

 

Ein Tag vor Restaurationbeginn: Hier steht mein Willys MB, Baujahr 1944, noch so im Gelände, wie ich ihn damals gekauft hatte. An Informationen aus dem Internet und von den Kollegen fehlte es nicht, aber trotzdem, so ganz wohl war mir nicht bei dem Gedanken, den Jeep komplett zu zerlegen. Abends fuhr ich den Wagen in eine Werkstatt-Garage im Ortsteil Roden, wo ich mir einen Arbeitsplatz für einige Monate gemietet hatte.

Säuberung und Grundierung

   

Das Fahrgestell, die Karosserie, alle Anbauteile und die Sitze wurden verladen, und von der Firma Toyota Klein aus Saarlouis zum Sandstrahlen nach Überherrn transportiert. Die Wartezeit vertrieb ich mir mit dem Reinigen vieler, vieler Kleinteile. Sogar die alten, originalen Schrauben, Muttern oder Unterlegscheiben, wenn noch in Ordnung, wurden gesäubert und zum Lackieren vorbereitet. Meine Philosophie war: Nicht alles muss original sein, also aus den Kriegsjahren stammen, aber wenn alte Teile noch mal hergerichtet werden können, dann werde ich das tun. Eine Arbeit, die eine gewisse Beklopptheit voraussetzt.
Fertig, gesäuberte oder gesandstrahlte Teile wurden sofort grundiert und somit vor dem schnell aufkommenden Flugrost geschützt.

Umzug

Auch mein Bruder Tommes stand mir häufig, hier mit Tat, aber auch mit guten Ratschlägen zur Seite. Für die obligatorischen Schweißarbeiten an den bekannten Schwachstellen der Karosserie, war er genau der Richtige.
Ein paar Tage nach diesen Aufnahmen konnte ich mit meinem Willys in die Garage meines Vaters umziehen. Da diese direkt neben unserem Haus steht, brachte mir dieser Ortswechsel nur Vorteile.

Langsam wächst zusammen ...

   

Also, erst mal Luft holen und dann - auf ein Neues.
Die ersten Teile bekamen ihre Endlackierung und endlich durfte auch mal wieder geschraubt werden. Gott sei Dank gab es diese Reparaturanleitungen auch in deutscher Sprache. Für mich eine große Hilfe. Genau wie meine Freunde Thomas und Sir Edi, die graue Eminenz. Langsam, ganz langsam wuchs mein Jeep zusammen.

Kleinteile

   

Immer mehr Kleinteile konnten nun fertig lackiert werden und wurden nach und nach eingebaut. Die hintere Traverse musste erneuert werden. Das machte ich selbst. Sie wurde zu mein Gesellenstück trotz heißer Oberschenkel.

Werner Braun

Zu diesem Zeitpunkt knüpfte ich die ersten Kontakte zu Werner Braun den ich bis dahin nur vom Hörensagen kannte. Werner ist ein absolutes Ass. Zunächst kümmerte er sich nur um die komplette Antriebseinheit meines Jeeps und teilte mir so ganz nebenbei ohne Hemmungen mit, was ich an diesem oder jenem Teil falsch gemacht hatte. Da er aber ein höflicher Mensch ist, fragte er vorher zuerst immer: "Wer hatt'n das do engebaut"? grinste sich eins, um es dann aber selbst richtig zu reparieren.
Mittlerweile sind wir gute Freunde geworden und ich glaube, er nennt jede Schraube an meinem Jeep beim Vornamen. Die so genannte Hochzeit fand am 23.08.2005, ebenfalls unter seiner Leitung, statt.
Werner steht mir auch heute noch bei allen Jeep-Problemen zur Seite. Ich kann diesen Mann nur jedem Jeeper empfehlen, wenn Probleme auftauchen.

Finale

Nach rund 10 Monaten Arbeitszeit, viel Auf und Ab, etlichen Höhen und Tiefen, Schnee, Regen und Sonne ist mein Traum tatsächlich in Erfüllung gegangen:
Ja richtig, dieser Willys MB ist mein Traum, sein Name: "Cherokee"

Gegen das Vergessen

Stellvertretend für die vielen Millionen Kriegsopfer des 2. Weltkrieges, steht hier ein amerikanischer Soldat, der in Saarlouis 1944 gefallen ist.